Okkulter Untergrund
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Okkulter Untergrund  |  UNKNOWN ARMIES  |  SPIELBERICHTE  |  Thema: [Kampagnentagebuch]McHilfe - Die schnelle Truppe von der Qualitätskontrolle « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: [Kampagnentagebuch]McHilfe - Die schnelle Truppe von der Qualitätskontrolle  (Gelesen 4679 mal)
Jasper
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« am: 07 Juli 2007, 13:47:51 »

In dieser kleinen Kampagne geht es um eine dreiköpfige Truppe von McDonalds-Angestellten, die für die Konzernleitung als Restaurant-Tester und Qualitätskontrolle unterwegs sind. Gleichzeitig sind sie aber natürlich Attaxer, die ihre Mobilität mit dem "Kontrollbus" dazu benutzen, überall dort tätig zuwerden, wo es laut Mailingliste Probleme gibt.

Ich mache den Spielleiter, Mitspieler sind David, Melanie und Jakob, von denen David und Jakob auch als "Morgh" und "Puck" hier im Forum unterwegs sind. Alle drei sind langjährige Rollenspieler mit Erfahrung in unterschiedlichsten Systemen. Ich weiß zumindest von Vampire, Cthulhu, MERS und DSA, sowie diversen LARPS. David und Melanie kennen UA bereits; David leitet auch selbst eine Gruppe, in der Melanie Spielerin ist. Jakob spielt zum ersten Mal UA, hat aber das Regelbuch bereits eifrig studiert. David und Melanie kenne ich noch vom kurzlebigen UA-Stammtisch in Berlin, Jakob ist eine Internet-Bekanntschaft, die  (wie das Leben so spielt) allerdings an der gleichen Uni wie ich dasselbe Fach studiert. Es ist unser erstes gemeinsames Spiel.

Vorausgegangen ist ein Vorbereitungstreffen, bei dem wir Charaktere gemacht und den Kampagnenrahmen besprochen haben. Meine einzige Vorgabe war, dass ich eine kurze McAttax-Kampagne spielen wollte, zunächst mal auf eine Handvoll Abende geplant. Von Spielerseite kamen die Wünsche, es möge bitte deutliche äußere Handlungsanreize geben und Konflikte innerhalb der Gruppe sollten eine untergeordnete Rolle spielen.  Die skurrile Seite von UA sollte präsent sein, aber nicht ins Slapstickhafte abgleiten. Alle meinten übereinstimmend, sie häten starke Mägen und es dürfte ruhig eklig werden. Alle waren sich auch schnell einig, dass es eine Eingeweihtenkampagne sein sollte.

Folgende Charaktere sind an Bord:

Rudi Löffler (David), ein Ruhrpott-Prollo mit Knasterfahrung und quietschgrünem Manta, der nach vielen Irrungen und Wirrungen bei den Zwillingsbögen gelandet ist. Rudis wurde eines Tages von einem intelligenten Kakerlakenschwarm heimgesucht, nachdem ihm am After eine dritte Burstwarze gewachsen war. Die Kakerlaken haben mittlerweile eine symbiotische Beziehung zu ihm aufgebaut, in der sie ihm Ladungen verschaffen, indem sie sich von ihm essen lassen und ihn mit Krankheiten infizieren (regeltechnisch eine Abwandlung der Epideromantie), aber zugleich aus seiner Extra-Warze Ladungen absaugen. Das Auftauchen der Kakerlaken war Rudis Einstieg in den Untergrund und der Weg zu den Attaxern innerhalb der Zwillingsbögen. Was genau die Kakerlaken wollen, soll sich im Lauf der Kampagne klären.

Arthur Schmidt (Jakob), ein etwas nerdiger Bibliomant mit einem Fabile für historische Kochbücher. Arthur glaubt inbrünstig an die ursprüngliche Idee von McDonalds als Familienunternehmen und möchte das Unternehmen auf den rechten Pfad zurückführen. Er macht sich immer für die Einführung neuer, innovativer Rezepte stark und glaubt vollkommen unzynisch an die McDonalds-Mission, die Welt mit gutem Essen und freundlichem Service zu einem besseren Ort zu machen. Allerdings frustriert ihn zunehmend die Unbeweglichkeit des Apparats, der seine kulinarischen Pläne immer wieder zunichte macht.

Tamara M. Wawlowa (Melanie), eine hochrangige Avatarin der Mutter, die McDonalds als ihre Famile betrachtet, in der sie für Ordnung sorgen und abtrünnige Schäfchen wenn nötig auch mit Strenge wieder zurück an den Busen des Unternehmens führen muss. Die McMission und das reibungslose Funktionieren der "Familie" ist ihr Leben. Äußerlich tritt sie stets in strengem Business-Kostüm auf und versprüht den Charme (und den Akzent) einer russischen Ballettlehrerin. Sie ist durchsetzungsfähig, komeptent und versteht in punkto Job absolut keinen Spaß.

Die erste Folge: Der König von Kreuzberg

Wie in einer Fernsehserie sollte an jedem Spielabend ein anderes Restaurant mit je einem spezifischen Problem drankommen. Diesmal ging es um den ersten McDonalds in Kreuzberg. Seit Jahrzehnten wehren sich dort die aufrechten Herzenslinken gegen das böse Fastfood-Imperium und nun ist es doch geschehen: Zwillingsbögen auf der Oranienstraße. Gleichzeitg schlägt die Konzernleitung und die Mailingliste Alarm. In den Burgerpatties werden immer wieder abgehackte Finger gefunden. Bis jetzt konnte das Gesundheitsamt aus dem Spiel gehalten werden, aber die Qualitätskontrolle muss der Sache auf den Grund gehen, ohne dass etwas an die Öffentlichkeit gelangt, denn das so hart erkämpfte Restaurant gleich wieder zu schließen wäre ein unglaublicher Imageverlust. Die Mailingliste ist derweil voll von Hilferufen der kreuzberger Attaxer: Ihre Freund kennen sie nicht mehr und auf offener Straße pöbelt man sie an. Drei haben schon hingeschmissen und nur ein einziger aufrechter Glaubensbruder hält noch hinter der Theke aus. Die Eingreiftruppe muss sofort hin und ihm den Rücken stärken.

In Kreuzberg angekommen, stößt die Truppe zunächst auf eine Neonazi-Demo vor dem Restaurant. Allerdings scheinen die Glatzen nicht recht bei der Sache zu sein und spulen ihre Parolen über den "Yankee-Imperialismus, der kleine deutsche Gewerbetreibende verschlingt" ziemlich lustlos runter. Auch weiß keiner so recht, wer die Demo eigentlich organisiert hat und warum sie nicht auf dem Arbeitsamt oder bei Mutti Bier trinken sind sind, wie sonst auch immer. Tamara und Arthur gelangen unauffällig ins Restaurant, Rudi quatscht weiterhin die Glatzen voll und bemerkt schließlich, dass sie offenbar von einem Punk aus dem Hintergrund magisch kontrolliert werden. Als er diesen mit seinem Handy fotografiert, kommt es zum Gerangel und der Iroträger entkommt schließlich mit Rudis Handy.

Im Restaurant haben die beiden anderen inzwischen den letzten Attaxer identifiziert und mit dem Restaurantleiter gesprochen. Die Finger in den Burgern scheinen nicht das einzige Problem zu sein: Ständig fliegen Vögel gegen die Scheiben, Ameisen suchen die Küche heim und Baumwurzeln sprengen die Leitungen. Immer wieder kommt es auch zu Zwischenfällen mit den Gästen, die unter Halluzinationen leiden...Einmal war das ganze Restaurant voller Schmetterlinge und musste in einer Nachtschicht gesäubert werden. Zunächst fällt der Verdacht natürlich auf den einzelnen Attaxer. Übetreibt er es vielleicht einfach mit seinen Magic Meals? Allerdings will der inzwischen auch das Handtuch werfen, denn alles, was dem restaurant passiert, geht auch bei ihm zuhause schief, wie auch bei den anderen Attaxern, bis sie gekündigt haben. Hier scheint doch noch etwas anderes am Werk zu sein...

Die Truppe spürt per GPS und Internet das Handy auf. Das Signal führt sie zu einer autonomen Wagenburg am Landwehrkanal. In einer halsbrecherischen Aktion entführen sie den Punk mit samt geklautem Handy und Tamar quetscht ihn mit Vodka und "mitterlichärrr Liebä" aus. Er hat die Skindemo im Auftrag des "Generalissmo" organsiert, des wahren Königs von Kreuzberg 36, der ein McDonalds in seinem Reich nicht dulden will. Rudi kann ihm weismachen, er habe ihn im Eifer des Gefechts für einen Nazipunk gehalten - eigentlich sei man ja auf der gleichen Seite. Der besoffene Punk lädt die Gruppe darauf hin zum abendlichen Gelage in die Wagenburg ein.

Bis dahin geht man der Frage um die Finger in den Patties nach. Arthur findet per bibliomantischer Spontanmagie in der Staatsbibliothek heraus, dass der Finger einem gewissen Paul Ehrlich gehört, der 1972 in Kreuzberg bei einem Gewaltverbrechen ums Leben kam.

Rudi schickt seine Kakerlaken in die verstopften Kloröhren, die von dort einen weiteren Finger mitbringen, der ebenfalls Paul Ehrlich gehört...

Abends nimmt man den Generalissimo in Augenschein: In Che Guevara-Castro-Uniform komplett mit Zigarre hält er in seiner Wagenburg Hof, als Zeichen seiner Wüdre einen Pflasterstein und einen gestohlenen Gummiknüppel in den Händen. Die Gruppe hat den Eindruck, dass er ziemlich unangreifbar ist und irgendwie auf fremdes Territorium gelockt werden müsste, damit man ihm zu Leibe rücken kann. Die zweite Idee, der Generalissmo habe irgendwie mit Paul Ehrlich zu tun, kenne ihn also, habe ihn umgebracht oder sei es gar selbst, scheint sich erstmal nicht zu bestätigen.

Nach einigem Überlegen kommt die Truppe auf folgende geniale Idee: Sie organisiert im McDonalds eine Wahl des "Königs von Kreuzberg", bei der verschiedene ritterliche Wettkämpfe zu bestehen sind: Donutstechen, McFlurry-Walk und Milchshakebecherwerfen. Der Sieger erhält eine rote McDonalds-Geburtstagskrone und ist "König von Kreuzberg". Eine Herausforderung in seinerm Reich, da muss der König doch kommen!

Und natürlich soll er verlieren. Arthur muss in der Vorbereitungszeit kräftig Ladungen sammeln und sich im richtigen Augenblick aus dem passenden Buch eine hilfreiche Fertigkeit ziehen. Er wählt "Don Quichotte" fürs Donutstechen, "Paul Breitner: Meine schönsten Tore" fürs Becher-Treffen und "Russendisko" für den McFlurry-Walk (bei dem man im Kreis gedreht wird und dann möglichst weit eine gerade Linie entlang laufen muss). Wladimir Kaminer spendiert per Autogramm ins Buch noch höchstpersönlich eine Ladung, während die anderen beiden damit beschäftigt sind, das Restaurant möglichst stark symbolisch in Besitz zu nehmen (Dekoration, Bilder, Hüpfburg, Palisadenzaun usw.).

Im entscheidenden Moment hat Jakbo als Arthur leider Würfelpech, so dass die Wettbewerbe unentschieden ausgehen. Wer ist denn nun König von Kreuzberg? Tamara gelingt es in letzter Sekunde, per Mutter-Fertigkeit eines der Kinder zum Sieger zu dopen. Der Generalissimo ist gedemütigt und muss zähneknirschend mit der Truppe verhandeln, wenn er nicht ganz das Gesicht verlieren will. Er willigt ein, das Restaurant in Ruhe zu lassen, wenn dort ein "Wagenburg-Menü" angeboten wird, für das seine Wagenburg das Bio-Gemüse liefert.

Somit herrscht hier erst mal wieder Frieden und auch die abtrünnigen Attaxer kehren zurück. Ungeklärt bleibt, was es mit Paul Ehrlich und seinen Fingern auf sich hat. Das wird der Rest der Kampagen wohl noch zeigen...

Überflüssig zu sagen, dass es ein sehr schöner Spielabend war. Die Gruppe hat sich sehr viel Mühe mit dem Rollenspiel gegeben (Kompliment für den durchgängigen russischen bzw. rheinischen Akzent), aber trotzdem immer ein Auge auf den Spannungsbogen gehabt, was eine schöne Mischung aus atmosphärisch-schauspielerischen Einlagen und handlungsorientiertem Spiel ergab. Alle waren sehr aktiv, so dass ich kaum die Handlung pushen musste. Insbesondere hat mir der kreative Einsatz von Magie gefallen, dessen Höhepunkt das abschließende Ritual mit dem Wettbewerb war. Das kam komplett aus Spielerköpfen und ich durft zusehen und mich freuen  Smiley.

To be continued...



   
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« Antworten #1 am: 07 Juli 2007, 16:44:56 »

Wow... sehr cool.

... ich habe dieses Bild, wie 'n Castroklon mit seinen linken Irofreunden in einem McDonalds ein Rittertunier ausfechtet detailreich vor Augen.  Grin

Wie lange habt ihr denn an dem Abend gesessen?
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« Antworten #2 am: 07 Juli 2007, 18:10:03 »

Wie immer ein sehr schöner Bericht. Da wäre ich auch gerne dabei gewesen. Gut finde ich die Idee mit den einzelnen Episoden die an einen Abend abgehalten werden und am Ende doch ein ganzes sind. So etwas ähnliches werde ich bei meiner nächsten Runde auch machen. Da wir nicht regelmäßig zum spielen kommen werden, bringt das nichts, wenn ich immer wieder Cliffhanger etc. hab.
Okay bin dann schon auf die Fortzsetzung gespannt.
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« Antworten #3 am: 07 Juli 2007, 18:28:09 »

Gesessen haben wir insgesamt glaube ich so 4-5 Stunden. Gegen Ende haben wir ein wenig geschwächelt, bis wir mit dem Turnierplanen dann wieder Fahrt aufgenommen haben, um die "Der König von Kreuzberg"-Episode dann doch noch ganz gut abzuschliesen. Das nächste mal wollten wir uns dann ein Stündchen früher treffen - sind ja alle nicht mehr die jüngsten und es ist auch nett, am Folgetag nach dem Rollenspiel nicht gleich so im Eimer zu sein. Smiley

Eine kleine Zwischenepisode gab es auch noch, bei der wir eine Spezialmenü-Kundin davon überzeugt haben, dass die sie verfolgenden weissen Kaninchen sowohl echt sind und ihr auch nichts Böses wollen.
Obwohl wir uns ehrlich gesagt beim zweiten Punkt zuerst nicht ganz sicher waren, aber Probieren geht über Studieren. Also ab in die Hasenheide, Gartensalate um sie herum aufgestellt und abgewartet. Smiley
Rudi's Vorschläge die Kaninchen für magischen Saft zu verspeisen wurden allerdings schon abgelehnt, bevor er dazu kam zu erwähnen, dass die Kaninchen dafür natürlich noch lebendig sein müssten.
(Ebenso wie alle -vielleicht etwas überstrapazierten- Versuche Arthur zwecks Wettbetrug zur Hellsicht der nächsten Borrussia-Ergebnisse zu bewegen.  Cheesy )

Freue mich schon auf's nächste Mal.
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Bene
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« Antworten #4 am: 08 Juli 2007, 00:55:10 »

Liest sich wirklich spannend und es scheint Euch gefallen zu haben Smiley Macht mal schnell weiter, bin schon gespannt auf den nächsten Einsatz!
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Jasper
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« Antworten #5 am: 25 Juli 2007, 18:17:21 »

Die zweite Folge: "Sie haben zu tief gegraben!"

Etwa zwei Wochen sind seit den Ereignissen der letzten Folge vergangen. Unsere tapfere Crew ist mitten in der Nacht auf der Autobahn unterwegs, zurück von einem Einsatz. Per Handy meldet sich ein gewisser Murat, der die Nummer der Eingreiftruppe von der Mailingliste erfahren haben will. Er und seine Urbanomanten-Kumpels haben in einem seelenlosen Industiregebiet auf der grünen Wiese irgendwo in der Brandenburger Pampa das Abrissgelände eines McDonalds erkundet, der sich ebenso wie das restliche Industriegebiet nicht mehr getragen hat. Dort, wo früher die Toiletten waren, befindet sich ein riesiges Loch mit einem Tunnel dahinter, viel zu groß für ein Abwasserrohr und merkwürdig glatt. Seine beiden Freunde sind darin verschwunden und nach gellendem Geschrei nicht wieder aufgetaucht.

In strömendem Regen trifft man sich auf der stockdusteren Baustelle zwischen Stahlträgern und Abrissbirne. Tamara wird beim Betreten des Geländes sofort von Visionen heimgesucht: Gras spießt aus dem schlammigen Boden und die Erdhaufen nehmen die Form von Brüsten und schwellenden Hüften an. Murat rückt damit raus, dass er und seine Attaxer-Kumpels gerne mal Magic Meals ins Klo entsorgt haben. Zwei unverhofft anrückende Polizisten, die die Taschenlampen der Crew gesehen haben, scheinen nur allzu gern bereit, sie die Sache übernehmen zu lassen ("Ach, sie sind von der McDonalds-Qualitätskontrolle und haben diese hochoffiziellen Ausweise!")...nachdem gestern bereits zwei Bauarbeiter und einige Polizisten in dem Loch verschwunden und nicht wieder aufgetaucht sind. Sämtliche Absperrungen und Versiegelungen scheinen überdies immer schnell wieder zu verschwinden.

Kaum sind die Polizisten weg, tauchen zwei Schläfer-Hitpeople auf, eine hochnäsige Trenchcoat-Tussi und ihr medial begabter Kumpel "Binks", der mangels Zunge nur vor sich hinkrächzen kann. Binks hat erspürt, dass um die Baustelle die Statosphäre gewaltig erschüttert ist. Überdies scheint das Verschwinden der Bauarbeiter und Polizisten den Schläfern Anlass zu einer saftigen Drohung - wenn die Sache nicht bis morgen früh irgendwie vertuscht ist, werden sie an die Presse lancieren, dass deutschlandweit eine terroristische Vereinigung Mc Meals mit Halluzigenen versetzt und dass diese Terrortruppe auch den "Geheimbunker" unter der Baustelle angelegt hat...so wird der schlafende Tiger beruhigt und gleichzeitig die Gruppierung lahmgelegt, die für die meisten Schläfereinätze in Deutschland überhaupt verantwortlich ist. Ein Grund mehr für die Truppe, sich hier ins Zeug zu legen.

Rudi bemerkt, dass riesige, wohlgenährte Kakerlaken aus dem Loch kriechen. Besessen von dem Gedanken, sie zu sich zu locken, tritt er mit ihnen in Kontakt und stopft einige von ihnen gierig in sich hinein. Er erhält von ihnen Visionen eines wahren Kakerlaken-Paradieses in dem Tunnel, wo man nur essen und sich fortpflanzen muss...außerdem sprechen die Kakerlaken immer von einer "Mutter", aber auch einem "Papa"...und tragen schließlich einen weiteren Daumen aus der Höhle, der der Crew merkwürdig bekannt vorkommt. Magisch meschugge nimmt Rudi den Gesang der Kakerlaken auf "Alle braven Kinder müssen essen...essen...".

Tamara nimmt ein Schlammbad im fruchtbaren Mutterboden und erhält auch tatsächlich eine der erhofften Visionen der Statosphäre: In einem Kinderzimmer stehen eine alte und eine junge Frau einander gegenüber, beide die Hand an einer Wiege. Während die ältere liebevoll auf das Kind hinabblickt, starrt die jüngere sie mordlüstern an.

Theorie bis hierher: Durch die Magic Meals ist unter dem McDonalds ein Schwarmbewußtsein entstanden, ein intelligentes Kakerlakenmonster, das irgendwie dem Mutter-Archetyp entspricht.

Arthurs Versuch, mit Hilfe bibliomantischer Magie in den Tunnel zu spähen, indem die Kakerlaken eine Broschüre hinuntertragen, die er mit einer weiteren Kopie dieser Broschüre als Sichtfenster nutzen kann, schlägt leider fehl.

Die Crew fährt nach einiger Diskussion einen Ein-Frau-Bagger mir Tamara am Steuer in den Gang, die beiden anderen hinterher. Die Erde ist mit Bratfett und Blut gesättigt, der mannshohe Gang seltsam sorgfältig ausgehölt. Nach einigen Metern finden sie die Leiche eines Bauarbeiters, über dem bei Einschalten des Scheinwerfers für einen Moment eine schwangere Frau zu kauern scheint, ein Wesen mit weit aufgerissenen Augen und angeschwollenem Bauch, das aber unnatülich schnell in der Dunkelheit verschwindet. Die Crew zieht die Leiche über den Raupenantrieb hinter den Bagger und tastet sich weiter vor. Die Wände fühlen sich unnatürlich glatt und warm an und schließlich stößt man auf eine wachspapierartige Ausstülpung in der Tunnelwand.

Die Crew reißt das Ding auf und stolpert in eine Küche im Stil der 70er Jahre - von dieser Seite aus ist das Wachspapier die Tapete der Küche. Mit dem Rücken zu ihnen sitzt ein kleines Mädchen vor einem Geburtstagskuchen und weint leise vor sich hin. Rudi misslingt der Stresswurf, er flüchtet panisch zurück zum Tunnelausgang. Die beiden anderen können kurz mit dem Mädchen sprechen.

"Ich will nicht mehr essen. Aber Mama sagt, ich muss alles aufessen. Sie hat mich eingeschlossen [zeigt auf die Wohnungstür]Ich kann aber nicht mehr...er konnte mir auch nicht helfen!"

Sie zeigt auf einen toten Polizisten, der halb hinter dem Küchenschrank liegt. Die SC erkennen, dass das Mädchen mit Schokoladenkuchen beschmiert ist und außerdem an vielen scihtbaren Körperstellen Verbrennungen und rote, wunden Striemen auweist.

"Ich glaube Mama kommt nach Hause...und sie ist sehr böse"

Als sich ein Schlüssel im Schloss der Wohnungstür dreht, flüchten die beiden anderen Crewmitglieder mit dem Kind. Bevor sie durch die Membran wieder in den Tunnel springen, sehen sie, wie sich eine grotesk riesige Frau durch die Tür zwängt. Ihre Arme sind lang wie Schlangen, der eine endet in einem rot glühenden Bügeleisen, der andere in einem Ledergürtel.

Glücklich aus dem Tunnel geflüchtet, beschließt man, alles in die Luft zu sprengen. Aus einem nahe gelegenen Baumarkt werden Gasflaschen entwendet, wobei Rudi leider bei dem Versuch, die Alarmanlage ausfindig zu machen, eine 100 würfelt.

"Hömma, dat is doch nur ne Attrappe [schlägt die Tür ein] Wat? Die Lichter? Die Sirene? Quatsch, dat soll uns nur abschrecken!"

Gasflaschen in den Tunnel, Benzinspur gelegt.

Von heraneilenden Polizeisirenen verfolgt rast die Crew davon, während hinter ihr die gesamte Baustelle in einer gigantischen Explosion gen Himmel fliegt.

Am nächsten Tag ist in den Zeitungen von einer Gasexplosion die Rede. der Gasblase unter der Baustelle seien gestern auch schon einige Arbeiter und Polizisten zum Opfer gefallen.

Das Mädchen heißt Brigitte Münster. Sie kann zwar ihre Berliner Adresse angeben, allerdings leben dort keine Münsters...mehr?

Der Crew dämmert´s - sie haben Brigitte aus der Vergangenheit geholt. Klar, die 70er-Jahre Küche! Sofort denken sie an Paul Ehrlich, dessen Daumen ihnen nun schon so oft begegnet ist. Kam der nicht auch in den 70ern ums Leben? Ein weiteres Puzzleteil liefert erneut die Zeitung: In einer ungenannten Anzahl von McDonalds-Restaurants im ganzen Bundesgebiet sind in der Nacht die Toiletten übergelaufen. Der Crew schwant böses. Was, wenn alle Restaurants irgendwie unterirdisch miteinander verbunden sind? Und was verbirgt sich unter ihnen? Welche Rolle spielen Paul Ehrlich und die kleine Brigitte dabei?

Man beschließt, zwischen den Spielabenden Nachforschungen anzustellen und diktiert der Spielleitung einige Fragen und Nachforschungsvorhaben, die bis dahin geklärt sein sollen.

To be continued...

Tja, das war mal der Versuch, einen Dungeon bei UA zu verwenden. Im Unterschied zum Fantasy-Dungeon war aber das reine Vorhandensein eines gähnenden Lochs mit potentiellen Monstern drin schon Begegnung genug. Die Szene im strömenden Regen um das gähnende Schlammloch herum, um das sich bald allerlei Vermutungen rankten, war schon sehr fein.

Erkundung, Panik, Leichenfund und surreale Realitätsverschiebung gerieten auch ganz gut; ich hatte zwar noch mehr vorbereitet (und im weiteren Verlauf der "Baustelle zum Schwarzen Keiler" hätte man auch noch mehr über Paul und Brigitte, die Kakerlaken und die Geschehnisse in der Statosphäre rausfinden können  Wink)), aber es war absolut stimmig und auch befriedigend, dass die Gruppe sich da nicht weiter reingetraut hat und so spektakulär verduftet ist. Den Spielern die "ultargeheimen Hintergrundinformationen " bloß nicht zugänglich zu machen, weil, ätschbätsch, die hätten ja in den Dungeon gemusst, fände ich ja normalerweise schwer abtörnend, ich hänge da ja der "Dogs in the vineyard"-Schule an, den SC immer möglkichst viel zugänglich zu machen, damit sie vor umso heftigere Alternativen gestellt werden.. aber glücklicherweise haben sie ja das Mädchen mitgenommen, woran ich ehrlich gesagt gar nicht gedacht hätte. Auf diese Weise finden sie schon noch alles nötige raus, eigentlich ist die Lösung sogar viel schöner.

Nachdem in dieser Folge Handlungsschienen bis zum Dungeon und sogar hinein liefen (wobei bei der Bewältigung der Situation noch genug Freiheit war, denke ich, ich hätte den Spielabend jedenfalls nicht so vorhergesehen), geht es wohl nächstes mal wieder etwas offener zu, mal sehen, was die Crew aus den bis dahin gesammelten Infos machen wird. Auch war´s diesmal recht freakig und surreal, nächstes Mal wird´s als Kontrapunkt vielleicht wieder etwas straßenmäßiger und dreckiger.
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« Antworten #6 am: 02 August 2007, 13:37:42 »

Folge drei: Das Ding, das aus der Mutter kam


Am Ende der letzten Spielsitzung hatte die Runde mir einige Fragen aufgegeben, die die SC zwischen den Spielabenden recherchieren wollten. Ich schickte die Ergebnisse per Email rum, um dann am nächsten Spielabend gleich durchstarten zu können. Kurz gefasst ermittelten die SC, dass das kleine Mädchen, das sie aus dem Tunnel unter der Baustelle gerettet hatten, tatsächlich eine jüngere Version von Brigitte Münster ist. Besagte Brigitte war ein Waisenkind, das bis zu seinem 16. Lebensjahr bei verschiedenen Pflegefamilien aufwuchs, allerdings mehrmals weitergereicht wurde, weil die jeweiligen Eltern gewaltsam ums Leben kamen. Zur Überraschung der SC fanden sich die nächsten Hinweise in McD. Personalakten: Brigitte hat die nächsten Jahre für den alten Schotten gearbeitet und sogar einen ziemlich rasanten Aufstieg hingelegt. Währenddessen ergibt die Attaxer-Mailingliste, das im gesamten Bundesgebiet mehr und mehr Körperteile in den Restaurants auftauchen. Rudis Kakerlaken vermitteln ihm per Vision Gefühle von Eingesperrt-Sein, Hilflosigkeit und vor allem totaler Übersättigung. Und je mehr Kakerlaken Rudi ist, um Ladungen zu gewinnen, desto satter wird er selbst, bis er bald gar nichst mehr in sich hinein bringt.

Zu Beginn des Spielabend nahmen die SC die Ermittlungen noch weiter auf und stellen über diverse Umwege, eine Grabschändung und eine tränenreiche Scharade bei einem Vaterschaftstest-Institut fest, dass alle aufgetauchten Gliedmaßen dem 1972 verschwundenen Paul Ehrlich gehören und dass der überdies vermutlich Brigittes Bruder ist...

Der Versuch, die jüngere Brigitte-Version zu einem okkulten Psychiater zu schleppen, der per Hypnose ihre Kindheit usw. aus ihr rauskriegen sollte, scheiterte am schlechten Gewissen der Gewissen der Gruppe angesichts des gruseligen Typen und seiner Apparaturen sowie an der Weigerung, den geforderten Preis in Erinnerungen zu bezahlen, die der Grusel-Doc offenbar in einer großen lebendigen Bibliothek sammelt - und nicht zuletzt hat die kleine Brigitte ihm in die Hand gebissen.

Zwischen den Ermittlungsschritten schien Brigitte immer wieder übernatürliche Phänomene anzuziehen - hauptsächlich Mütter und schwangere Frauen, die sie wie außer sich angriffen, aber auch eine Reihe von schwangeren Bart-Simpson-Figuren in Juniortüten, aus deren Plastikbäuchen Kakerlaken schlüpften.

Bei der Beratung in Arthurs Wohung überstürzten sich dann die Ereignisse: Eine besessene Frau erstürmte die Wohnung und begann auf Tamara einzureden, sie brauche ihren Körper, denn sie sei nur noch ein leerer Tunnel ohne Ende und keine Mutter mehr. Gemeinsam könnten sie unermeßliche Macht erringen, wenn Tamara ihr nur ihren Körper überlassen wollte. Das Ganze endete damit, dass Rudi ihr mit einem Nudelholz den Kopf von den Schultern schlug und zu Brei machte, während sie mit verdrehten Augen und blutigen Lippen immer noch weiter sprach - sie sei das Sprachrohr von Brigitte Münster, Tamara solle mit ihr zusammearbeiten, sie brauche ihren Körper. Nachbarn mussten abgewimmelt und die Polizei und Sanitäter hinters Licht geführt werden, bis eine völlig geschockte SC-Truppe inklusive schreiendem Kind blutbespritzt im Wohnzimmer hockte, während die in einen Teppich gewickelten Leichenreste in der Badewanne von Rudis Kakerlaken aufgefressen wurden.

Die Gruppe hatte nun eine ziemlich stabile Vermutung, was hier vor sich ging, beseitigte aber letzte Zweifel erst mit Hilfe eines dipsomantischen Dämonen- und Geisterexperten und - tadaahhh- der amtierenden Mutter im unsichtbaren Rat, die per Frauen im Fernsehen mit Tamara sprach, fügte sich das ganze zu einem halbwegs kohärenten Bild.

Folgendes vermutet die Gruppe zur Zeit: Brigitte Münster ist zusammen mit ihrem Bruder Paul Ehrlich irgendwie unter allen McDonalds Deutschlands präsent und folgt stark dem Mutterarchetyp, womit sie inzwischen der Amtsinhaberin im unsichtbaren Rat gefährlich wird. Irgendwas macht sie da unten mit Paul im Zusammenhang mit Nahrung und Übersättigung - "Alle braven Kinder müssen essen!". Sie will Tamaras Körper oder den einer anderen mächtigen Mutter, da ihr selbst offensichtlich eine erkennbar menschliche Hülle inzwischen fehlt. Wenn die Bedrohung für die Mc-Familie weg soll, muss Brigittes Macht geschwächt werden, findet die Gruppe.

Folgendes ist der Plan: Per bibliomantischer Magie soll Arthur vehindern, dass Brigittes Name je wieder gelesen oder geschrieben werden kann. Die Erinnerung an sie und ihre Macht als Avatarin würde so langsam aber sicher aussterben, wie beim Pharao Echnaton, dessen Name von allen offiziellen Dokumenten getilgt wurde. Dazu braucht es aber eine mächtige Ladung. Arthur muss sich also ein einzigartiges höchst wertvolles Kochbuch verschaffen... Tamara muss sich entscheiden, wem im Rat ihre Loyalität gilt und wo sie sich selbst als Avatarin sieht...Rudi hat vor, sich ein überaus giftiges Insekt zu besorgen, dass er auf Leben und Tod essen kann, um ebenfalls an eine möglichst starke Ladung zu kommen, denn im Kampf gegen eine mächtige Avatarin kann man nicht aufgepulvert genug sein.

Natürlich bleiben noch viele offene Fragen (was ist mit der Kinder-Brigitte? Was wollen die Kakerlaken? Welche Rolle spielt Paul Ehrlich wirklich?), aber die Marschroute ist schon mal klarer.

Wie man leicht erkennen kann, war das so eine Durchgangsfolge, bei der die Fakten geklärt und das weitere Vorgehen klar werden muss, sozusagen der Drehpunkt, bei dem die Gruppe von unwissenden Spielbällen zu aktiven Gegnern wird. Selbstkritisch muss ich anmerken, dass die Hintergrundstory doch etwas gradliniger hätte ausfallen können und die Vermittlung an die Spieler auch besser hätte laufen können. Meine vorsichtige Frage, ob es nicht zu konfus oder langweilige würde, wurde zwar negativ beantwortet, aber im Nachhinein fand ich, dass ich doch die Katze schneller aus dem Sack hätte lassen sollen, bzw. eher per NSC für Action sorgen. Ein weiterer kleiner Stolperstein schien mir dann auch zu sein, dass Tamaras Spielerin auf das das Avatarthema und die Gelegenheit, da selbst am Rat zu schrauben, nicht so unmittelbar angesprungen ist. Das ist gar nicht ihre Schuld, im Nachhinein hätte mir das klar sein müssen, weil sie erstens Avatar-Neuling ist und zweitens diejenige Spielerin war, die um deutliche Opposition gebeten hatte, also vielleicht gar nicht so scharf drauf ist, die von mir überlegte Chance zur Aktivität auch zu ergreifen. Das sind alles keine großen Sachen, aberich bin doich froh, dass es ab dem nächsten Mal wieder klarer ist, wohin die Reise geht. 

Lustig bzw. mitreißenden fand ich es trotzdem, in einigen atmosphärischen Szenen zu Beginn, einm paar guten und schlauen Schaupsieleinlagen von Tamara, aber vor allem natürlich mit der Splattereinlage in der Wohnung  Smiley.

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« Antworten #7 am: 04 August 2007, 01:05:08 »

... krass, ja, müsstest wohl wieder eine klare Linie reinbringen.

Aber zeugt auch vom Ehrgeiz deiner Spieler, dass sie sich wirklich hinsetzen und sich einen Spielabend intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. (scheint ja, als hattest du keine Ereignisse geplant).

Naja. Was ist denn aus der Idee geworden, mal wieder eine, sagen wir 'nüchternere', Spielrunde zu gestalten?
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« Antworten #8 am: 04 August 2007, 11:30:28 »

Ich hatte durchaus Ereignisse geplant, habe die aber nur in abgewandelter Form eingebracht. Ich denke, jetzt sollte es aber wieder mehr geradeaus gehen  Wink.
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« Antworten #9 am: 09 September 2007, 01:12:48 »

Wie sieht es denn mit der Fortsetzung aus? Sind ja schon etwas mehr als 4 Wochen vergangen.
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« Antworten #10 am: 09 September 2007, 15:00:26 »

Donnerstag wird wieder gespielt Smiley.
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« Antworten #11 am: 09 September 2007, 18:37:03 »

Sehr schön, bin schon gespannt darauf.
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« Antworten #12 am: 14 September 2007, 11:56:47 »

Folge vier: Paper Cuts

Eine kürzere Sitzung mit zwei Spielern diesmal, unsere Avatarin weilt noch in Italien. Nach dem Pläneschmieden zuletzt ging es nun daran, eine mächtige Ladung zu ergattern, um sich mit dem nötigen Saft für den Kampf gegen Brigitte Münster zu wappnen. Für heute sollte erst mal die Urschrift des McD-Rezeptbuchs aufgespürt werden, ein Plan unseres Insektenmagiers, sich eine höchst giftige Termitenkönigin zu besorgen, dafür hintenan gestellt.

Recherche auf der Attaxer-Liste und im bibliophilen Untergrund ergab zunächst wenig, aber eine Anfrage bei der McDonalds-Verwaltung dafür umso mehr: Die Urschrift sei lang verschollen, man habe bereits einige Male versucht sie wieder aufzuspüren, aber ohne Erfolg. Ein gewisser Hary Bohnsack, Büchernarr und McDonalds-Mitarbeiter der ersten Stunde, sei schon vor Jahrzehnten auf der Suche nach dem Buch im damaligen Westberlin verschollen.

Arthur, der Blbliomant, begibt sich zu seiner ehemaligen Deutschlehrerin und Mentorin und wird auch von ihr gewarnt: Bohnsack sei damals eine große Nummer in Bibliomantenkreisen gewesen, habe sich aber in eine finstere Geschichte verstrickt und sei spurlos verschwunden, nachdem man ihn zuletzt in der Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg gesehen habe. Arthur solle um Himmels Willen die Finger davon lassen.

Davon kann natürlich keine Rede sein. Mit dem Namen Bohnsack klappert man Antiquariate ab und arbeitet sich schließlich zu einem pensionierten Büchernarren vor, der sich mit seiner Sammlung in einem unheimlichen Berliner Altbau verschanzt hat. Als Arthur mit der Frage nach der Urschrift rausrückt, erfährt er von dem unheimlichen alten Mann eine unglaubliche Geschichte. In den späten 50er Jahren sei ein Amerikaner zu ihm gekommen und habe ihm erzählt, dass eines Tages Menschen in seinem Antiquariat nach dem McDonalds-Buch fragen würde. Wenn das passieren würde, sollte er ihnen folgendes mitteilen: "Phil 730/a". Arthur denkt natürlich sofort an eine Buchsignatur. Die beiden Bücherwürmer kommen noch ins Plaudern, und der Alte schenkt Arthur ein Buch, das vor Gefahren schützen soll, während der sich im Gästebuch des unheimlichen Typen verewigt, in dem schon verdächtig viele Unterschriften gesammelt sind...

In der AGB findet sich unter der Signatur das Buch "Die Gier" eines gewissen John McPhail, allerdings vermerkt als "nicht im Regal". Rudi kommt hier mit seinen unwiderstehlichen Flirtkünsten zum Einsatz, die aus einer Angestellten den Hinweis rausholen, um solche Bücher rankten sich Gerüchte um "Mondscheinbücher", die nur nachts im Mondlicht auftauchten. McPhail sei ebenfalls beim Personal aus Gerüchten und Gruselgeschichten bekannt. Er sei Teil des amerikanischen Teams gewesen, das nach dem zweiten Weltkrieg die Gedenkbibliothek aufgebaut habe. Eines Nachts habe ein Mitarbeiter auf Überstunden beobachtet, wie er im Mondlicht "This land is your land" singend vor dem Regal mit einem Buch in der Hand spurlos verschwunden sei.

Arthur und Rudi beschließen, sich in der Bibliothek einschließen zu lassen, um nach Geistern und Mondscheinbüchern Ausschau zu halten. Sie schließen sich auf der Toilette ein und tricksen die Putzfrauen aus. Als alles ruhig wird, befoehlt Rudi seinen Kakerlaken, durch die Kabelschächte der Überwachungskameras zu kriechen, um dem Dienst habenden Überwacher eine heftigen Durchfall zu verpassen, so dass sie niemand beobachtet.

Nebenbei kommt Rudi plötzlich der zündende Gedanke, ob die Kakerlaken, die so rätselhaft bei ihm aufgetaucht sind, nicht von Paul Ehrlich stammen, dem Halbruder Brigittes, den sie ja vermutlich irgendwie aus dem Grab befreit hat und im Labyrinth unter den Mcs gefangen/am Leben erhält. Und mehr: Vielleicht hat Ehrlich irgendwie in Form des Schwarms einen Weg nach draußen gefunden. Seine Frage "Seid ihr Paul?" wird von den Kakerlaken nach kurzem Zögern mit "Ja" beantwortet.

Inzwsichen entdeckt Arthur, dass "Die Gier" im Licht des Mondes nun im Regal steht. Als er das Buch öffnet, sieht er kurz eine Wüstenlandschaft mit einer kleinen Stadt und hat das Gefühl, in die Seiten gesogen zu werden. Rudi hat weniger Skrupel, lässt sich von einer Kakerlakenkette auf der Toilette "magisch erden" und hüpft in das Buch.

Er findet sich auf einer holprigen Wüstenstraße wieder, kurz vor dem Ortsschild "Back Pages, Nevada". Arthur kommuniziert mit ihm über die Kakerlaken. Von Rudis Verschwinden bestürzt, orakelt er aus einem Buch, was Rudi in den nächsten 24 Stunden zustoßen wird. Er schneidet sich an einer Seite des Buches und als das Blut sich auf dem Papier ausbreitet,  hat er eine Vision davon, wie eine gigantische Buchseite Rudis Kehle durchtrennt.

Auch er stürzt sich in "die Gier" und kommt gerade noch rechtzeitig, um Rudi beizustehen, der mittlerweile in einer Bar und im Gespräch mit einem Polizisten herausgefunden hat, dass alle Einwohner von "Back Pages" Pappkameraden sind. Alles, was sie sagen können, beschränkt sich auf die Frage, ob man wegen eines Buches hier sei und Mr.McPhail, der einmal in Deutschland gelebt habe, wohne im Trailer oben an der Landstraße.

Außerdem finden die beiden beim Versuch, ein Auto zu klauen, schnell heraus, dass man sich an diesm Ort an allem schneidet wie an Papier.  Die Umgebung brennt zwar nicht so gut wie Papier, aber viel besser, als es zum Beispiel eine Autotür sollte...Blut aus den Schnitten und Schmissen scheint das Papier aufzuweichen, so dass kurz die Gedenkbibliothek sichtbar wird.

Ein Fußmarsch führt die beiden zu einem Geröllkrater jenseits der Stadtgrenze, in dem ein kleiner weißer Wohnwagen zu erkennen ist. Arthur kletter munter drauflos, bemerkt zwischen kullernden Steinchen ein paar Buchstaben, die aus dem Boden ragen, muss sich aber schnell ducken, weil ein Schuss knallt und etwas blitzschnell auf ihn zurast. Durch grandioses Würfelpech wird er schwer am Hals verwundet, Rudi springt zu ihm und zerrt ihn durch das Loch in dieser Realität, dass der Blutschwall aus dem Hals in den Boden reißt.

Zurück in der AGB greift man verzweifelt auf die HIlfe des Fleischkneters von den Berlinern Attaxern zurück, der in Folge Eins schon einen Auftritt hatte. Dem dürfte man jetzt mehrere Gefallen schulden. Trotz der ersten magischen Hilfe fährt man ins Krankenhaus. Auf der Rückbank misslingt Arthur auch noch der Hilflosigkeits-Wurf. Im folgenden Chaos fällt auch niemandem mehr eine gute Erklärung dafür ein, wo sich Arthur die frishc verheilte Narbe am Hals zugezogen hat und wieso sein kreislauf so durcheinander ist, wenn er keine sichtbare Verletzung mehr hat. Der misstrauische Arzt behält Arthur erstmal da - das dürfte noch ein Nachspiel haben...

Plan ist, noch einmal besser vorbereitet in "die Gier" einzustiegen. Eventuell will man dem bereits früher aufgesuchten Mago-Therapeuten doch noch die Sammlung der Fallbücher abjagen oder, besonders fies, ihm einen Hinweis auf "die Gier" zuspielen, so dass man zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: der Psycho-Doc fängt in Backpages, Nevada die Papierkugeln von McPhail ab und zugleich kann man ihm die Sammlung klauen. Schöne Intrige!

Gegrübelt wird noch darüber, ob "die Gier" jetzt eine einzige große Falle ist oder warum McPhail sonst so große Vrokrehrungen trifft, um einerseits mögliche Suchenden nach Back Pages zu lotsen, wenn er sie dann doch offensichtlich umbringen will. Wir werden es herausfinden wenn die

Fortsetzung folgt...   


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« Antworten #13 am: 15 Oktober 2007, 14:19:41 »

Folge fünf: Herzlichen Glückwunsch, es ist eine Kakerlake!

...worin der erste Teil der Kampagne überraschend zum Abschluss gelangt.

Diesmal wieder in Vollbesetzung. Während Rudi und Arthur sich letztes Mal übel eine blutige Nase geholt haben, hat Tamara fleißig an ihrer Stellung als McDonalds-Übermutter gearbeitet und sich öffentlichkeitswirksam per Kinderhilfe-Programm, Mitarbeiter-Sorgentelefon und "Russland-Wochen bei McDonalds: Mütterchen Russland macht dich satt" in Szene gesetzt.

Der Spielabend begann also auch mit etwas freudigem Ausspinnen diverser PR-Maßnahmen, die Tamara als Mutter installieren könnten, um dem Brigitte-Mutter-Ding im Andersraum-Gewölbe unter McD. das Wasser abzugraben. Von Babuschka-Puppen-Verpackungen übe Hammer und Sichel im Junior-Menü bis hin zum roten, kyrillischen "M" war alles dabei. Wir entschieden uns in der Gruppe, zwecks Konzentration auf die Charaktere die Gegenaktionen der diversen anderen Parteien (Schläfer, Brigitte, andere Mütter, Polizei wg. Einbruch in die Bibliothek) unter den Tisch fallen zu lassen.

Weiter im Text also mit einem neuen Versuch, in das Buch "Die Gier" einzudringen, in dem die Gruppe die Urschrift des McDonalds-Rezeptbuchs vermutet, eifersüchtig bewacht von McPhail. Die Gruppe verfällt auf den Plan, jemand anders die Kohlen aus dem Feuer holen zu lassen. Ein schöner, UA-mäßiger Plan: Wenn dein Gegner zu stark für dich ist, setz einfach einen anderen Gegner auf ihn an. Man stiehlt also erneut das Buch aus der AGB und versucht, es dem irren okkulten Kindertherapeuten anzudrehen, der die jüngere Version von Brigitte mal behandeln sollte, aber dann doch als "zu gruselig" befunden wurde. Da kann doch eigentlich alles nur zu unseren Gunsten ausgehen, denkt sich die Gruppe: Entweder, er schnappt sich von McPhail das Buch - dann ist er geschwächt und wir könnens ihm leicher abnehmen oder er kommt um, schwächt dabei aber McPhail....oder wir schnappen uns einfach seine Sammlung von Patientengeschichten, die ja auch von beträchtlichem bibliomantischem Wert ist.

Gesagt, getan. Den erneuten Einbruch handelten wir in zwei Sätzen ab, schließlich hatte die Gruppe das schon mal geschafft und handlungsrelevant war´s in diesem Moment nicht mehr. Rudi ruft beim perversen Therapeuten an und gibt sich selbstmorgefährdet. Der Therapeut geifert natürlich sofort nach der kleinen Brigitte und wird von Rudi geschickt manipuliert, so dass er sich auf eine nächtliche Sitzung einlässt. Im Bezhandlungszimmer voller kruder Gedankenlese-Apparate und Foltersofas mit Handschellen und Drähten macht Rudi dem Doc vor, er könne unmöglich über seine Probleme reden, aber wenn er mal in sein Tagebuch schauen wolle...die getarnte "Gier" wird aufgeschlagen, der Doc kann nicht widerstehen und wird nach Backpages, Nevada gesaugt.

Arthur und Tamara beginnen mit dem Abtransport der Bücher, während Rudi die sich wild bewegende "Gier" im Klo einschließt und von den Kakerlaken bewachen lässt. Arthur erleidet einen bibliomantischen Schock, als die in den Aufzeichnungen des Therapeuten eingesperrten kindlichen Erinnerungen als Geisterwesen lebendig werden und ihm ihre Geschichten ins Ohr schreien wollen, während er die Bücher in Besitz nimmt. Hier fallen ein paar Härtekerben, ebenso wie bei Arthur, der im Bad eine grausige Szene beobachtet. Das Gesicht des Therapeuten taucht durch einen riesigen Blutfleck aus dem Buch auf, die Augen von scharfen Papierrändern durchschnitten. Triumphierend heult er auf, das McDonalds -Buch mit der mächtigen Ladung in der Hand, McPhail an seinen Rücken gekrallt. Leider versiebt Rudi den Gewalt-Stresswurf und beginnt unkontrolliert auf das am Boden liegende Buch zu ballern. Blut, Hirnfetzen und Papier stäuben durchs Bad und sowohl die "Gier" als auch die beiden aufgetauchten Gestalten sind zerfetzt...zumindest bis zur nächsten Mondnacht.

Vor den aufgebrachten Nachbarn flüchtet man mit einigen weiteren eilig zusammengerafften okkulten Patientengeschichten aus dem Haus, den immer noch annähernd katatonischen Arthur im Schlepptau.

Der beginnt in seiner Wohung, die erbeuteten Bücher symbolisch in Besitz zu nehmen. Rudi verwohnt derweil gemütlich die Küche und Tamara versucht, ihn mütterlich zu pflegen, während sie am Handy ihre PR-Arbeit organisiert. Je mehr Bücher sich Arthur einverleibt, desto mehr häufen sich okkulte Phänomene in der Wohnung und Arthur beginnt vor Macht zu zittern und förmlich zu leuchten. Nach einer guten Woche ist er mit starken Ladungen bis zum Rand gefüllt und vibriert vor Tatendrang wie nach zu viel magischem Kaffee.

Nochmal in die "Gier"? Doch das hypergiftige Insekt für Rudi? Wie jetzt den ursprünglichen Plan, Brigitte aus der Geschichte zu X-en mit Tamaras flankierender Aufholjagd gegen Brigitte kombinieren?

Plötzlich ein neuer Gedanke: Rudis Kakerlakenschwarm ist doch Paul Ehrlich, Brigittes Halbbruder, den sie unter McD. zwangsernährt...Und Tamara ist doch eine Mutter...und Arthur jetzt ein ultra-mächtiger Magier. Wie lässt sich eine Mutter mehr demütigen, indem man ihr das Kind wegnimmt? Und wie nimmt man es ihr gründlicher weg, als es selbst noch einmal als das eigene zu gebären?

Meine Spieler sind so eklig.
Und cool.

Rudi frisst in einer unglaublich ekligen Zeremonie den gesamten Paul/Schwarm auf, bis nur noch eine Kakerlake übrig ist, in der Pauls Identiät magisch potenziert ist. Diese letzte Kakerlake pflanzt Arthur mit einer aus einem Arztroman entliehenen Gynäkologie-Fertigkeit auf dem Küchentisch der überglücklichen Tamara  ein, die nun mit Brigittes Halbbruder/Säugling schwanger ist.

Von der in Tamara singenden Statosphäre angetrieben, beginnt das Kind in rasendem Tempo zu wachsen. Während der durch den Verlust seiner Magieschule halb wahnsinnige Rudi Arthur durch eine Sauftour durch alle Berliner Kneipen zieht ("Wir werden Vater!"), schwillt Tamara immer mehr an. Unter ihrem Fenster versammeln sich Anhängerinnen, die einem Stern zu ihrem Haus gefolgt sind und zu ihren Ehren Hymnen anstimmen, bis sie von der Polizei entfernt werden.

Am nächsten Tag stellt Tamara vor versammelter Pressemeute ihre umfassendes McD.-Familien programm vor und erläutert, wie Arbeit und Beruf "Zwillinge sind". Es kommt, wie es kommen muss: Vor laufenden Kameras platzt die Fruchtblase und Tamare gebiert im McDonalds-Pressezentrum einen gesunden Jungen - Paul Ehrlich.

Für einen kurzen Moment sehen die Charaktere, wie die Räume des Pressezentrums mit
 lebendigem Fleisch, dicken Adern, geschwollenen Brüsten und schreienden Mündern ausgekleidet sind. Brigitte Münster, die als gigantischer  lebender Uterus den Andersraum unter dem deutschen McD. ausgefüllt hat, hat Kind und Stellung in der Statosphäre an Tamara verloren. Die entwickelt noch auf dem Gebär-Konferenztisch ihre neue Version des Archetyps. Die moderne Mutter als beruflich erfolgreiche, strenge Ernähererin, die ihre Kinder auch ohne Vater durchbringt (und sogar entstehen lässt).

Kommentar Rudi: "Wir haben ein Monster erschaffen".

Nach dem Abschluss dieses Plostrangs beschließen wir, mit Arthur und Tamara noch einige offene Fragen abzuspielen. Beide werden mit der gewonnenen Macht auf die Jagd nach der McD. - Urschrift in der "Gier" gehen und vermutlich heftig Konkurrenz aus dem Untergrund bekommen - und sich vermutlich auch mehr als bisher gegenseitig Konkurrenz machen, da beide schwer an dem Buch interessiert sind un wohl nur ungern teilen werden. Sie sind in ein ganz neues Spiel eingetreten, bei dem es mehr zu gewinnen und alles zu verlieren gibt. Rudi wird wahnsinnig und alkoholkrank in den Ruhestand geschickt, so dass die beiden einen neuen Mitstreiter-Charakter bekommen.

Dank an die tollen Mitspieler, ihr ward klasse und habt mich mehr als einmal total überrascht.

To be continued...in Season 2!
 
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Puck
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« Antworten #14 am: 25 Oktober 2007, 09:43:13 »

Jetzt, wo wir den ersten Handlungsstrang abgeschlossen haben, trau ich mich endlich, das hier zu lesen!
Danke für's so ausgiebig Tagebuch führen - ich hätte inzwischen schon viel davon nicht mehr zusammengekriegt. War eine sonderbare, lustige und bösartige Season One. freue mich auf die zweite!
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[...] nightmares born from the fucked-up hearts of all us fools who love our lies of good and evil, dark and light, and monsters slain by noble knights. [...] that's all right inside the pages of some book, but when you let those lies loose in the world [...]
Hal Duncan, The Book of all Hours: Ink
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