Okkulter Untergrund
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Autor Thema: Der Anfang  (Gelesen 1699 mal)
tha-joka
Unwissende(r)
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 15



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« am: 18 Februar 2009, 18:42:19 »

Hi! Ich bin ja eigentlich weniger hier im Forum aktiv was Kommentare etc angeht! Aber der Bereich der Schreibwerkstatt reizt mich dann doch enorm. Ich habe vor wenigen Tagen angefangen eine Story zu schreiben. Wie lang die Geschichte wird weiß ich noch nicht, da ich es nicht genau abschätzen kann. Ich möchte euch aber gerne den Anfang posten und eure Meinungen dazu hören, ich bitte euch zu beachten, das ich den text noch nicht großartig auf Fehler untersucht habe, weiterhin ist die Story nicht direkt an Unknown Armies angelehnt  Embarrassed

Also, ich hoffe ihr habt dennoch euren Spaß mit dem bischen Text!


Paul wird an einem kalten Wintermorgen von einem Auto angefahren und durch die Luft geschleudert, sein Schädel knallt auf den Asphaltboden und zerplatzt.
Zwölf Stunden zuvor spielen wir Schach im Park, das Spiel endet nach zwölf Zügen.
John schießt sich in seinem Badezimmer eine Kugel in den Kopf und verteilt sein Hirn auf dem kalten Fliesenboden.
Sieben Stunden zuvor spielen wir Schach im Park, das Spiel endet nach sieben Zügen.
Benjamin wird von drei Strassenpennern verprügelt, einer von ihnen flippt total aus und zertrümmert ihm den Schädel mit seinem Stiefel.
Vier Stunden zuvor spielen wir Schach im Park, das Spiel endet nach vier Zügen.
Zwei maskierte Männer gelangen in die Wohnung von Sandra und enthaupten sie mit der Klinge eines Papierschneiders.
Dreiundzwanzig Stunden zuvor spielen wir Schach im Park. Das Spiel endet nach dreiundzwanzig Zügen.
Carlos verliert auf dem Highway die Kontrolle über seinen Wagen. Der Wagen überschlägt sich einige Male, weil Carlos nicht angeschnallt war, schlitzt ihm die Karosserie zuerst die Kehle auf, trennt ihm dann den Kopf von den Schultern.
Zehn Stunden vorher spiele ich mit Carlos, bei einer Tasse Kaffee, eine Partie Schach im Park, das Spiel endet nach zehn Zügen.
Man nennt mich Murdok und ich hasse Kaffee

Flashback!

Seit einer Stunde buddel ich nun schon das Loch hier, es ist mitten in der Nacht, drei oder vier Uhr morgens. Ich bin extra weit rausgefahren, damit ich mich nicht auch noch mit ungebetenen Gästen rumschlagen muss, es war immerhin so schon ein verdammt beschissener Tag.
Keine Zeit für Trauer, keine Zeit für Tränen, keine Zeit für eine letzte Rede.
Ich stehe gerade erst am Anfang des Wahnsinns und wünschte, es wäre schon vorbei.
Anna!
Wieso haben sie dir das angetan? Wieso?
Nachdem ich das Loch gebuddelt habe und Annas nackten Leib in das mindestens zehn Fuß tiefe Loch geworfen habe, setze ich mich hin.
Ich brauche eine Pause.
Das ist ihre Andacht.
Eine Zigarette in meinem Mundwinkel sorgt für ihre Asche, für mehr reicht es nicht.
„Es tut mir Leid Schatz, es tut mir Leid, dass sie deinen Schädel mit einer 9mm perforiert haben!“ meine einzigen tröstenden Worte, verdammt, mir hätte ruhig etwas besseres einfallen können, aber auf so eine Scheiße war ich nie vorbereitet.
Ich asche in ihr Grab, drücke die Zigarette an meiner Schuhsole aus und werfe den Stummel zu ihr ins Loch. Dann greife ich mir die Schaufel und mache mich daran, das Loch zu zu schaufeln.

Als ich auf dem Highway, in meinem verbeulten, roten 54er Ford Pickup sitze, bin ich auf dem Weg zurück nach Badoom City.

Annas Gesicht geht mir nicht aus dem Sinn.
Drei Kugeln hat man ihr in den Schädel gejagt und weitere neun Kugeln steckten in ihrem Rumpf. Als ich sie in unserem Bett gefunden habe, hat sie mir etwas sagen wollen. Ich konnte es kaum verstehen, sie nuschelte, weil sich ihr Rachen mit Blut füllte. Ich glaube sie sagte „Ich liebe dich!“ Sie hat noch mehr sagen wollen, aber ich konnte mir ihre Qualen nicht länger antun, also warf ich sie aus dem Fenster. Der Aufprall aus dem 30sten Stock war hart, er hatte sie unangenehm bearbeitet.
Der rechte Arm war total verdreht, es sah aus, als würde sie einen übertriebenen Hitlergruß machen, Hirnmasse verteilte sich auf dem Gehsteig, aber die Strassenköter beseitigten die Beweise rasch, dann hievte ich sie in meinen Pickup.

Keine Zeit für Erinnerungen.

Im Radio läuft R.Kelly mit The World's Greatest, welch lustige Ironie.
Ein verdammter Kinderficker!
Ich schiebe ein altes Tape in mein Radio, Jazz, schon viel besser.
Ich ziehe an meiner Zigarette und genieße die Fahrt auf dem toten Highway, für einen Augenblick vergesse ich Anna und ihr hässlich entstelltes Gesicht.
Ich fahre langsam an dem Wohnhaus vorbei, in dem Anna und ich unser Apartment haben, oder wohl eher hatten. Ein schwarzer Van steht vor der Eingangstür, hinter dem Steuer sitzt ein glatzköpfiger Typ, er hat einen ordentlichen Stiernacken, es wirkt fast so, als hätte man die Fahrerkabine um ihn herum gebaut, verdammt, der Kerl muss riesig sein. Ich steuere meinen Wagen in eine alte Gasse, als ich aussteige bettelt mich ein Penner an.
Er ist mindestens 60 Jahre alt, hat seine besten Jahre auf der Straße verbracht. Ich greife in die Hosentasche und drücke dem Penner ein paar Dollarscheine in die Hand. Er bedankt sich mehrmals, würde er wissen, das mir das am Arsch vorbei geht und das das Annas Geld ist, wäre es ihm sicherlich auch scheiß egal und er würde mir nicht wie ein räudiger Köter „Danke“ hinterher kleffen.
Ich ziehe mir die Kapuze über den Kopf und greife nach meinem Beil. Langsam und gebügt umschleiche ich den schwarzen Van, nähere mich der Fahrertür und dem fetten Glatzkopf. Als ich kurz vor der Tür bin, schmettere ich das Beil durch die Scheibe in seinen Schädel, Blut und Glas splittern mir entgegen, sein Kopf fällt unsanft auf das Lenkrad und ein lautes Hupen ertönt.
„Na Murdok, bist du wieder unanständig?“ ertönt eine sanfte aber dennoch kraftvolle Frauenstimme.
Ich blicke mich um.
Kassandra, der Todesengel in Form einer Elfe.
Da steht sie, mitten auf der Straße.
Ihr Luxuskörper ist mit Dessous bedeckt und wird von einem roten Mantel bedeckt. Genüsslich steckt sie sich eine Zigarette an. Würde jede Szene des Lebens eine eigene Melodie erhalten, dann würde hier James Carter persönlich auf dem Saxophon spielen.
Kassandra!
Ich habe mich ihr damals voll und ganz hingegeben und sie schenkte mir eine großartige Nacht. Niemand kennt mich so gut wie sie.
Ich korrigiere, kannte.
Ich lasse den Fettsack zurück und bewege mich auf Kassandra zu, das Beil lege ich mir auf die Schulter, Blut fließt von der Schneide und bedeckt meine Kleidung, jede Menge Blut.
„Kassandra, was zur Hölle hast du hier verloren?“ frage ich sie und reiße ihr ihre Zigarette aus der Hand, um sie mir in den Mundwinkel zu stopfen.
„Ich wollte nur mal schauen, was du so treibst, wie ich höre hast du jetzt eine feste Freundin!“ sie kommt mir näher, streift mir mit den Fingern über die Brust.
„Verdammt Kassandra, halt dein Maul! Halt dein schmutziges Maul Kassandra!“ ich brülle sie durch zusammengepresste Zähne an, kann mich aber noch gerade so beherrschen, ihr nicht das Beil in den Schädel zu prügeln.
„Meine Güte Murdok, warum so aufbrausend? Es gibt keinen Grund um laut zu werden!“
„Aufbrausend? Du hälst das hier schon für aufbrausend du alte Schlampe?“ ich denke es, spreche es aber nicht aus.
Ich höre wie sich hinter mir Abzughähne zurückziehen.
Verdammt, der Fettsack liegt immer noch mit seinem deformierten Schädel auf dem Lenkrad und gibt ein lautes Warnsignal von sich.
Wegen dieser Schlampe habe ich nicht aufgepasst.
Gott verdammte Scheisse Murdok, du hast nicht aufgepasst.
„Kacke!“ huscht mir leise über die Lippen.
Kassandra lächelt, zieht ihre Zigarette aus meinem Mundwinkel und verschwindet im Rückwärtsgang in der Dunkelheit.
„Hast wohl gedacht wir kriegen dich nicht Murdok, was? Hast wohl gedacht wir legen deine kleine Schlampe um und du kommst einfach so davon?“ die Stimme ist männlich, alt, mindestens 50 Jahre, ich kenne sie nicht.
Dann höre ich wie sich mehrere Schlagbolzen lösen, doch ehe ich sie alle zählen kann, knallt mein Körper auf den kalten Asphaltboden. Es wird kalt und feucht, ich liege in einer Pfütze aus meinem eigenen Blut.
Meine Augen werden schwer.
Schritte die näher kommen. Ein letzter lauter Knall, dann wird es sehr dunkel.

Als ich die Augen öffne, befinde ich mich inmitten einem Haufen Schrott. Ich tippe auf den Schrottplatz von Badoom City.
Es regnet in strömen.
Ich wurde in den Kofferraum eines alten Autos gelegt, der Lack ist schwarz, soviel kann ich erkennen, mehr nicht, die Luke steht offen.
Der Lauf einer kurzläufigen Pumpgun wird mir vor die Nase gehalten. Scheiße, ist denn diese Scheiße nie zu ende? Ich spucke einen Schwall von Blut und Rotze und betrachte den Clown, der mir die Kanone unter die Nase hält.
Verdammt, ich glaube ich bin in der Hölle. Der Kerl sieht aus wie der Teufel, er hat sogar Hörner.
Er steht da, in der Rechten die Kanone, in der linken ein Eis. Drei oder vier Kugeln, ich kann es nicht genau abschätzen, er schleckt daran, als hätte er noch nie ein Eis gegessen.
Scheiße, ich weiß gar nicht ob ich jemals ein Eis hatte. Ich glaube ich muss mal mit Mom reden.
Ich nehme langsam die Hände hoch, wer weiß was der Mistkerl vor hat...
Gespeichert
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